Gemeinsam trauern

Lies: Apostelgeschichte 7,54-8,2

Stephanus wurde von einigen frommen Männern begraben, die für ihn eine große Totenklage hielten (Apostelgeschichte 8,2)

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Ein paar Monate nachdem meine Schwester bei einem Unfall ums Leben gekommen war, lud mich ein Freund zu einem Seminar mit dem Thema „Durch Trauer wachsen“ in unsere Gemeinde ein. Ich wollte eigentlich nicht wirklich hin, das ist nur etwas für alte Menschen, dachte ich. Ich bin dann aber doch zur ersten Veranstaltung gegangen – nur, damit sie mich in Ruhe lassen. Zu meiner Überraschung traf ich auf Menschen, die mit Gottes Hilfe und gegenseitiger Unterstützung versuchten, sich mit Verlusten in ihrem Leben auseinanderzusetzen. Ich ging Woche für Woche wieder hin, während wir gemeinsam daran arbeiteten, unsere Verluste zu akzeptieren. Allmählich begannen wir durch den gegenseitigen Austausch unserer Trauer in unserem Leben wieder Frieden zu spüren.

Genauso wie der plötzliche Verlust eines Familienmitglieds oder eines Freundes schockierte der Tod von Stephanus die Urgemeinde. Stephanus war leidenschaftlich für Jesus. (Apostelgeschichte 7,57-60). „Stephanus wurde von einigen frommen Männern begraben, die für ihn eine große Totenklage hielten“ (Apostelgeschichte 8,2). Obwohl einige sie schlagen und sie töten wollten, machten diese Männer zwei Dinge gemeinsam: Sie begruben Stephanus und akzeptierten mit dieser Handlung ihren Verlust. Und dadurch, dass sie „eine große Totenklage hielten“, teilten sie gemeinsam ihren Kummer.

Als Nachfolger Christi brauchen wir mit unseren Verlusten nicht allein fertig zu werden. Wir können uns andere wenden und ihren Trost annehmen, wenn es uns schlecht geht.

Wenn wir gemeinsam trauern, erfahren wir den Frieden, den wir in Jesus Christus haben. Er kennt all unsere Trauer und bietet uns seine Liebe und seinen Trost an.

Mit anderen zu trauern hilft uns, Trost in unserem Kummer zu finden.

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